CEDI - Auskunfts- und Beratungsstelle Europaverband der Selbständigen in Andorra Kontakt: Vertrauliche Kommunikation durch Verschlüsselung - Die wichtigsten Resourcen für Einsteiger und Profis

 . . . "Nichts ist stärker als eine Idee, deren Zeit gekommen ist." - Victor Hugo

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Kryptographie ist Ihr Recht

Privatsphäre ist kein Delikt

In unserer beruflichen Tätigkeit zählt Verschwiegenheit zu den Grundprinzipien, jedoch erhalten wir oftmals unverschlüsselte E-Mails mit Details, die nicht für die Kenntnisnahme durch Dritte bestimmt sind. Damit das nicht so bleibt, haben wir uns entschlossen, Sie über dieses wichtige Thema besser zu informieren, denn vertrauliche Mitteilungen müssen vertraulich bleiben und die Internetnutzer sollten für dieses Thema mehr sensibilisiert werden.

Nachfolgend einige Beispiele, die nicht nur Vertraulichkeit und Privatsphäre bedrohen, sondern auch Hinweise, wie Sie sich dagegen schützen können.


Abhörnetzwerk Echelon

Die amerikanische Sicherheitsbehörde National Security Agency (NSA) ist unter anderem dafür zuständig, weltweit die Kommunikation zu überwachen und verschlüsselte Informationen zu dechiffrieren. Hierfür betreibt die NSA das Abhörnetzwerk Echelon zusammen mit den Ländern Australien, Grossbritannien, Kanada und Neuseeland. 40.000 Codeknacker und andere High-Tech-Agenten werden dort beschäftigt. Das globale Überwachungssystem hört flächendeckend Fernmeldeverbindungen ab. Das Echelon-System zapft wahllos sehr große Mengen von Verbindungen an und wertet dann durch künstliche Intelligenz wie Memex zum Auffinden von Schlüsselwörtern die wertvollen Informationen aus. Wer bestimmte Stichworte benutzt, fällt auf.

Nicht nur die Wirtschaft muss sich vor der Ausspähung durch Konkurrenten und Geheimdienste schützen.
Im vorläufigen Bericht des vom Europäischen Parlament eingesetzten Ausschusses über das Abhörsystem Echelon heißt es: "E-Mails können und sollen hingegen von jedermann verschlüsselt werden. Der oft vorgebrachten Behauptung, man habe kein Geheimnis und brauche deshalb nicht verschlüsseln, muss entgegengehalten werden, dass man ja auch schriftliche Nachrichten üblicherweise nicht auf Postkarten verschickt. Ein unverschlüsseltes Mail ist aber nichts anderes als ein Brief ohne Umschlag. Die Verschlüsselung von E-Mails ist sicher und relativ problemlos...
Was Unternehmen anbelangt, so sollte streng darauf geachtet werden, dass sensible Informationen nur auf gesicherten Kommunikationswegen übermittelt werden. Dies erscheint selbstverständlich, ist es für Großunternehmen wohl auch, aber gerade bei kleinen und mittleren Unternehmen werden via E-Mail firmeninterne Informationen oft unverschlüsselt weitergegeben, weil das Problembewusstsein nicht hinlänglich ausgebildet ist." [1]

In den Schlussfolgerungen des Berichts heißt es: "Unternehmen müssen ... alle Kommunikationswege schützen, auf denen sensible Informationen übermittelt werden. Auch Privaten muss dringend zur Verschlüsselung von E-Mails geraten werden, ein unverschlüsseltes Mail ist wie ein Brief ohne Umschlag." [2]

"Der effektive Schutz des "Rohstoffs Information" kann über Erfolg und Mißerfolg von Unternehmen entscheiden. Nur durch den Einsatz leistungsfähiger kryptographischer Verfahren läßt sich dieser Schutz gewährleisten." [3]


Big Brother - die totale Überwachung durch den Staat

Orson Well's Visionen vom gläsernen Menschen sind zwischenzeitlich mehr als Realität geworden.
Die Studie "Eine Bewertung der Technologien für eine politische Kontrolle" [4] der Omega Foundation beschreibt detailliert das globale Überwachungssystem, das die Massenüberwachung von allen Telekommunikationsverbindungen einschliesslich von Telefon, E-Mail und Faxübertragungen umfasst.
Die Studie wurde im Dezember 1997 dem Science and Technology Options Assessment (STOA), einem Gremium des Europäischen Parlaments, und im Januar 1998 dem Ausschuß für Grundfreiheiten und innere Angelegenheiten der EU vorgelegt.
Die an Bedeutung und Einfluss verlierenden Nationalstaaten versuchen durch Überwachung des E-Mail- und Datenverkehrs auch in der Informationsgesellschaft des 21. Jahrhunderts die Kontrolle zu behalten. Eine derart weitgehende Überwachung wie hier offen beschrieben wurde ist eher die Eigenschaft autoritärer Systeme, gleich ob von rechts oder von links.


Enfopol - Überwachungsunion Europa

Noch schlimmer ist, dass die EU ihr eigenes Überwachungssystem aufzieht und damit zur Aushöhlung der Bürgerrechte beiträgt, so dass lange erkämpfte demokratische Freiheiten und Rechte online plötzlich nicht mehr gelten. Der Schutz der Bürgerrechte bleibt damit nur ein Lippenbekenntnis.
Enfopol-Papiere sehen drastische Kontrollmassnahmen seitens der Behörden in der Europäischen Union vor. Totale Überwachung der gesamten Kommunikation, surfen im Internet, faxen oder telefonieren, ob kabelgebunden, per Funk oder via Satellit.
Datenschutz-Experten bewerten Enfopol prinzipiell als "eiskalten Versuch der kontrollwütigen EU-Bürokraten demokratische Grundregeln en Gros auszuhebeln". [5] Anstatt auf Frieden, Vorbeugung, Entspannung und soziale Gerechtigkeit hinzuarbeiten, werden Symptome mit den Mitteln staatlicher Repression bekämpft.

Ausführlichere Informationen über Enfopol können bei Telepolis - dem Magazin für Netzkultur des Verlags Heise nachgelesen werden. [6] Telepolis wurde für die Enfopol-Berichterstattung mit dem Europäischen Preis für Online-Journalismus in der Kategorie "Investigative Reporting" gewürdigt.


Software oder getarnte Spyware

Die Verfasser eines Untersuchungsberichts für die EU behaupten, dass einige US-Software-Giganten ihre E-Mail-Programme bereits "ab Werk" mit einer digitalen Hintertür ausstatten würden. Dies würde es den Geheimdiensten einfacher machen, fremde E-Mails abzufangen.[7]
Gerüchte über angebliche Hintertüren im Betriebssystem Windows machten bereits seit längerer Zeit nicht nur im Deutschen Bundestag die Runde. Hinter vorgehaltener Hand erzählte man sich, dass die amerikanischen Geheimdienste durch eine versteckte Hintertüre jederzeit Zugang zum Betriebssystem hätten und somit theoretisch jeden User ausspionieren könnten. Microsoft dementierte entsprechende Meldungen immer wieder. [8] So wächst die Forderung nach erhöhter Transparenz im Bereich des Quellcodes.

In diesen Zusammenhang scheint das ebenso umstrittene E-Mail-Spähprogramm Carnivore der amerikanischen Bundespolizei FBI nur die Spitze des Eisbergs zu sein. Carnivore ist lediglich eine Komponente der umfangreichen Späh-Software zur Netz-Überwachung, die vom FBI den Namen "Dragonware Suite" bekam.
Laut dem Electronic Privacy Information Center (EPIC) ist Carnivore in der Lage, nicht nur den kompletten E-Mail-Verkehr zu scannen, sondern auch sämtliche Internet-Daten zu durchsuchen. Unter anderem wäre es dem FBI so möglich, herauszufinden, welche Webseiten von welchen Usern aufgesucht werden. [9]

Die Washington Post berichtete über eine sich anbahnende Kooperation zwischen McAfee und dem FBI. Dabei soll die Antivirensoftware des Herstellers angeblich so programmiert werden, dass die Schnüffelsoftware "Magic Lantern" nicht entdeckt wird. Das FBI nutzt zur unbemerkten Installation der Software Magic Lantern auf dem Rechner des Users die Funktionen eines Trojaners, mit dem Ziel jede Tastenbewegung der überwachten Person aufzuzeichnen und zu übertragen. Auch auf den Inhalt der Festplatte hätten die Ermittler dann Zugriff. [10]


Privatsphäre ist ein schutzbedürftiges Menschenrecht

Im Zeitalter zunehmender Vernetzung ist die Privatsphäre ein wertvolles und immer schwieriger zu schützendes Gut. Datensammlungen, von denen Betroffene nichts wissen, was und wo über sie gespeichert ist, verstossen nicht nur gegen deren persönliche Rechte, sondern passen auch nicht zu demokratischen Rechtsstaaten. Kryptographie ist ein hervorragendes Instrument zur Sicherung der Privatsphäre und des Datenschutzes. Verschlüsselungssoftware ist deshalb zu fördern, nicht zu kriminalisieren.


Freedom means freedom from government

Bemerkenswert deutliche Worte fand der Landesbeauftragte für den Datenschutz in Schleswig-Holstein, Dr. Helmut Bäumler bereits 1997 zu Überlegungen des Verbots oder der Einschränkung von Verschlüsselungsverfahren. Das Recht auf informationelle Selbstbestimmung ist in den Art. 2 und 1 GG verfassungsrechtlich geschützt. Auch eine Hinterlegung (eines Drittschlüssels) ist verfassungsrechtlich nicht haltbar. Die Verfassung schützt die vertrauliche und unbeobachtete Kommunikation als "unverletzlich". Mit dem gleichen Argument könne man z. B. auch verlangen, daß alle Hausschlüssel bei der Polizei zu hinterlegen sind, weil dies ja Hausdurchsuchungen erleichtert [11].
Nur eine starke Verschlüsselung schützt vor externem Zugriff auf sensible Daten.

Trotzdem werden mit erschreckender Dreistigkeit und Menschenverachtung in Nacht und Nebel Aktionen die Grundrechte massiv einschränkende Gesetze beschlossen, ohne dass diese mit der gebotenen verfassungsrechtlichen Sensibilität beraten werden. Wenn Parlamente nicht ihre Glaubwürdigkeit verlieren wollen, bedarf es mehr besonnener Reaktionen.


Wie Sie Ihre Privatsphäre schützen können

Lassen Sie es nicht dazu kommen, dass Phil Zimmermanns (Entwickler der Software PGP) Worte "If privacy is outlawed, only outlaws will have privacy" Wirklichkeit werden. Privatsphäre ist kein Delikt und damit dies auch so bleibt, ist jeder gefordert.

Sie könnten dem Parlamentsabgeordneten [12] Ihres Vertrauens schreiben, wenn Sie glauben, von diesem angemessen vertreten zu werden, damit frei verfügbare und benutzbare Kryptographieprogramme und das Recht auf informationelle Selbstbestimmung unangetastet bleiben. Freie Bürger und Unternehmen brauchen ein Recht auf überwachungsfreie telekommunikative Selbstbestimmung.
Freiheit bedeutet auch Schutz vor der Regierung, denn Terror und Überwachung sind Geschwister, weil beide unsere Freiheits- und Menschenrechte einschränken [13]. Wer die Freiheit für die Sicherheit opfert, wird beides verlieren.


Kryptographie einsetzen

Souveräne Individuen benutzen für alle ihre E-Mail-Korrespondenz ein geeignetes Verschlüsselungsprogramm [14], wie das frei erhältliche GnuPG oder das leichter anzuwendende C-KT PGP 6.5.8 Build 08, die als faktisch sicher gelten. Schützen auch Sie Ihre Daten vor unberechtigtem Zugriff durch eine starke Verschlüsselung.


Open Source, die bessere Software

Um einem Ausspioniertwerden durch verdeckte Trojaner und Backdoors in Programmen vorzubeugen, sollte der Einsatz von Open Source Software erwogen werden, bei denen keine Spyware befürchtet werden muss. Die Offenlegung des Quellcodes schafft Transparenz und das notwendige Vertrauen.
Deshalb haben sich vorsichtige Anwender bereits von zweifelhaften Betriebssystemen und Programmen verabschiedet und nutzen vorzugsweise nur solche Software, für die der Quellcode durch Offenlegung von jedem überprüft werden kann. Hinzu kommt, dass die hervorragende Qualität von Open Source Software (OSS), also Programmen, die als freie Software [15] mit General Public License (GPL) [16] bereitgestellt wird, eine unbestrittene Tatsache ist, und zudem regelmässig lizenzkostenfrei erhältlich ist.


Grundrechte sind keine Geschenke der Regierungen, sondern müssen täglich neu erstritten werden. Es liegt an jedem einzelnen, für den Erhalt der in Generationen erarbeiteten Grundwerte der internationalen Staatengemeinshaft, wie die Achtung und Respektierung der Menschenrechte, und damit dem Recht auf Privatsphäre einzutreten.

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Version: 10.2, letzte Bearbeitung: 24. August 2017